Die Bodenverhältnisse in Wolfsburg könnten unterschiedlicher kaum sein: Während der sandige Geschiebemergel im Bereich des Klieversbergs und in Richtung Fallersleben oft gut zu handhaben ist, trifft man in der Allerniederung und den südlichen Stadtteilen wie Heßlingen auf teils sehr weiche, bindige Auelehme und tonige Schluffe. Genau hier entscheiden die Atterberg-Grenzen über die richtige Bemessung. In unserer Erfahrung zeigt sich immer wieder, dass selbst erfahrene Baufirmen die Plastizität dieser Böden unterschätzen – besonders nach längeren Regenperioden, wenn der Wassergehalt den natürlichen Schwankungsbereich verlässt. Die Bestimmung nach DIN 18122 liefert uns dabei nicht nur zwei Zahlenwerte, sondern ein echtes Verständnis für das Verformungsverhalten. Ob im Industriegebiet Heinenkamp oder in sensiblen Wohnlagen von Vorsfelde: Wer auf diesen Kennwerten aufbaut, vermeidet spätere Setzungsrisiken, die bei unerwartet plastischen Böden schnell sechsstellige Sanierungskosten verursachen können.
Die Plastizitätszahl ist kein abstrakter Laborwert – sie bestimmt im Wolfsburger Baugrund, ob eine Baugrube ohne aufwändige Wasserhaltung auskommt oder nicht.
Vorgehen und Leistungsumfang
Lokale Besonderheiten
Ein Bauvorhaben in der Westhagen-Siedlung hat uns vor Jahren die Augen geöffnet: Ein sechsgeschossiger Wohnblock auf vermeintlich steifem Ton zeigte binnen weniger Monate differentielle Setzungen von über vier Zentimetern. Die Ursache war ein klassischer Fehler – der Baugrund war nur nach Körnung, nicht aber nach Plastizität beurteilt worden. Der Ton erwies sich als hochplastisch mit einer Fließgrenze von 62 %, und die winterliche Durchfeuchtung hatte die Konsistenz von steif auf weich kippen lassen. Seitdem wissen wir in Wolfsburg: Ein Verzicht auf die Atterberg-Versuche ist bei bindigen Böden schlichtweg fahrlässig. Die Versicherer sehen das übrigens genauso und verlangen bei Schadensfällen zunehmend die lückenlose Dokumentation der Bodenkennwerte. Für die Gründung auf den oft heterogenen Auffüllungen im Bereich des ehemaligen KdF-Stadtgebiets gilt das umso mehr.
Referenznormen
DIN 18122-1: Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte – Zustandsgrenzen (Konsistenzgrenzen) – Teil 1: Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze, DIN 18122-2: Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte – Zustandsgrenzen (Konsistenzgrenzen) – Teil 2: Bestimmung der Schrumpfgrenze, DIN EN ISO 17892-12: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 12: Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze, DIN EN ISO 14688-2: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden – Teil 2: Grundlagen für Bodenklassifizierungen, DIN 4022-1: Baugrund und Grundwasser – Benennen und Beschreiben von Boden und Fels
Verwandte Dienstleistungen
Bestimmung der Fließgrenze
Ermittlung des Wassergehalts am Übergang von breiiger zu flüssiger Konsistenz mit dem Casagrande-Gerät nach DIN 18122-1. Für bindige Böden im Wolfsburger Stadtgebiet mit typischen Fließgrenzen zwischen 25 und 65 Prozent.
Bestimmung der Ausrollgrenze
Manuelle Ausrollprobe zur Ermittlung des Wassergehalts beim Übergang von halbfester zu fester Konsistenz. Besonders relevant für die Beurteilung der Witterungsempfindlichkeit von Tonen und Schluffen.
Plastizitätsdiagramm nach Casagrande
Klassifikation der bindigen Böden im Plastizitätsdiagramm mit Einordnung in die Gruppen CL, CH, ML oder MH nach DIN EN ISO 14688-2. Inklusive Bewertung des Quell- und Schrumpfpotenzials für die Gründungsberatung.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kosten Atterberg-Versuche in Wolfsburg?
Die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze liegt im Bereich von €50 – €90 pro Probe, abhängig von Probenanzahl und ob zusätzlich der natürliche Wassergehalt bestimmt werden soll. Bei umfangreicheren Baugrunderkundungen mit mehreren Sondierpunkten bieten wir eine gestaffelte Bepreisung an.
Warum reicht die Einpunktmethode nach DIN nicht aus?
Die Einpunktmethode unterstellt eine konstante Neigung der Fließkurve – das trifft auf die heterogenen Wolfsburger Böden mit ihren oft unregelmäßigen Tonmineralgehalten nicht zu. Wir bestimmen grundsätzlich mit vier bis fünf Punkten, um die tatsächliche Fließgrenze statistisch abgesichert zu ermitteln.
Welche Probenmenge benötigen Sie für die Untersuchung?
Für die reine Plastizitätsbestimmung reichen etwa 500 Gramm Feinboden, der durch einen 0,4-mm-Sieb aufbereitet wird. Aus der Praxis in Wolfsburg empfehlen wir jedoch, uns direkt eine ungestörte Sondierprobe von rund zwei Kilogramm zu übergeben – dann können wir bei Bedarf auch den natürlichen Wassergehalt und die Korndichte mitbestimmen.
Lassen sich aus den Atterberg-Grenzen Rückschlüsse auf die Standsicherheit von Baugruben ziehen?
Absolut. Die Plastizitäts- und Konsistenzzahl sind direkte Eingangsgrößen für die Abschätzung der undrainierten Scherfestigkeit weicher Böden. In der Wolfsburger Innenstadt, wo oft beengt und direkt an der Nachbarbebauung ausgeschachtet wird, fließen unsere Atterberg-Ergebnisse unmittelbar in die Bemessung der Baugrubenverbauten ein.
