Die sandigen Talsandböden des Aller-Urstromtals prägen den Baugrund in Wolfsburg. Anders als im bindigen Hügelland des Harzvorlands reagiert der Untergrund hier empfindlich auf eindringendes Oberflächenwasser, was bei der Bemessung flexibler Fahrbahnen eine besondere Rolle spielt. Die Stadt mit ihren rund 125.000 Einwohnern erlebt durch das VW-Werk und den Zuliefererring eine überdurchschnittlich hohe Schwerverkehrsdichte – ein Faktor, den wir in jeder Dimensionierung berücksichtigen. Für eine präzise Beurteilung der Tragfähigkeit ergänzen wir die Fahrbahnbemessung bei Bedarf mit einem Plattendruckversuch, der direkt auf der planierten Schottertragschicht die Verformungsmoduln liefert.
Eine flexible Fahrbahn lebt von der Qualität der ungebundenen Tragschicht – in Wolfsburgs Talsanden entscheidet die Verdichtung über die Restlebensdauer.
Vorgehen und Leistungsumfang
Lokale Besonderheiten
Zwischen den schweren Marschböden im Norden des Stadtgebiets und den mitteldicht gelagerten Sanden der Innenstadt bestehen deutliche Unterschiede in der Tragfähigkeit. Während eine Straße in Fallersleben auf tragfähigem Sand oft mit Standardaufbauten auskommt, erfordert ein Gewerbegebiet nahe der Allerauen einen verstärkten Oberbau mit erhöhter Frostschutzschicht und gegebenenfalls einem Bodenaustausch gegen grobkörniges Material. Das Hauptrisiko liegt in ungleichmäßigen Nachgiebigkeiten, die zu Rissen in der Asphaltschicht führen. Eine engmaschige Baugrunderkundung mit Schürfgruben oder Rammsondierungen klärt die Schichtgrenzen, bevor die Bemessung flexibler Fahrbahnen in die Berechnung der Schichtdicken geht.
Referenznormen
RStO 12 – Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaues von Verkehrsflächen, ZTV Asphalt-StB – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Verkehrsflächenbefestigungen aus Asphalt, ZTV SoB-StB – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Schichten ohne Bindemittel im Straßenbau, DIN EN 1997-1 (Eurocode 7) – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik
Verwandte Dienstleistungen
Rechnerische Dimensionierung nach RStO
Ermittlung der Belastungsklasse über Verkehrszählung oder Hochrechnung aus Nutzungsdaten, Auswahl des frostsicheren Regelaufbaus und rechnerischer Nachweis der Asphaltdehnung an der Unterseite der Asphaltschichten mit der Methode der finiten Elemente.
Baugrunduntersuchung und Tragfähigkeitsprüfung
Durchführung von Rammsondierungen und Plattendruckversuchen auf Planum und Tragschicht. Prüfung des Verdichtungsgrads der ungebundenen Schichten mittels Sandersatzverfahren.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Welche Belastungsklasse gilt für einen Betriebshof mit Schwerlastverkehr in Wolfsburg?
Für Betriebshöfe mit regelmäßigem Lkw-Verkehr und Rangierbereichen setzen wir in der Regel mindestens Belastungsklasse Bk3,2 nach RStO 12 an. Bei sehr hohem Schwerverkehrsaufkommen, wie es bei Logistikzentren im Wolfsburger Industriegürtel vorkommt, wird eine Einzelfallbetrachtung mit Verkehrszählung und Hochrechnung auf 30 Jahre Nutzungsdauer durchgeführt, was oft auf Bk10 oder höher führt.
Wie wird die Frostsicherheit der Fahrbahn in Wolfsburg gewährleistet?
Die Frostsicherheit bemisst sich nach der Frostempfindlichkeitsklasse des anstehenden Bodens und dem regionalen Frostindex. In Wolfsburg mit seinen sandigen Talsandböden der Klasse F2 bis F3 und durchschnittlich 60 Frostwechseltagen pro Winter ergibt sich ein frostsicherer Gesamtaufbau von etwa 60 bis 80 cm. Die Frostschutzschicht aus gebrochenem Mineralstoff übernimmt dabei den kapillarbrechenden Schutz.
Mit welchen Kosten muss ich für die Bemessung einer flexiblen Fahrbahn rechnen?
Die Kosten für die reine Bemessung einer flexiblen Fahrbahn liegen je nach Umfang der erforderlichen Baugrunderkundung und Verkehrslastermittlung zwischen €1.540 und €4.710. Darin enthalten sind die rechnerische Dimensionierung, die geotechnische Beratung und die Dokumentation für die Ausführungsplanung.
