Wolfsburgs Untergrund ist geprägt von glazialen Sanden der Lüneburger Heide und den Auelehmen des Allertals. Auf 63 Metern über NHN treffen hier grundwasserführende Schichten auf bindige Geschiebemergel. Wer ein Bauvorhaben im Stadtgebiet plant, braucht belastbare Kennwerte zur Wasserdurchlässigkeit. Der Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc und Lugeon liefert genau das. Im Gegensatz zu Laborwerten aus gestörten Proben misst dieser In-situ-Versuch den tatsächlichen kf-Wert unter realen Spannungs- und Fließbedingungen. Unser Team führt die Versuche normgerecht nach DIN EN ISO 22282 aus. Die Ergebnisse fließen direkt in die Baugrubenplanung ein und sind Grundlage für jede wasserrechtliche Genehmigung. Mit dem CPT-Versuch kombinieren wir die Durchlässigkeitsmessung, um ein lückenloses Schichtenprofil zu erhalten.
Der kf-Wert aus dem Bohrloch ist der einzige Kennwert, der die tatsächliche Klüftigkeit und Schichtung des Wolfsburger Untergrunds physikalisch korrekt abbildet.
Vorgehen und Leistungsumfang
Lokale Besonderheiten
Das Aller-Urstromtal bringt extreme Wechsel in der Durchlässigkeit mit sich. Auf wenigen Metern horizontaler Distanz kann der Untergrund von gut durchlässigen Sanden in fast wasserundurchlässigen Ton übergehen. Eine zu geringe Anzahl von Prüfpunkten führt zu einem verzerrten Bild des Baugrunds. Bei der Planung von Versickerungsanlagen in der Weststadt ist das ein häufiger Streitpunkt mit den Genehmigungsbehörden. Auch die Grundwasserflurabstände schwanken saisonal um mehr als 1,50 m. Ein Versuch bei Niedrigwasser liefert zu günstige Werte. Wir terminieren die Messkampagne daher bevorzugt im Frühjahr, wenn die Pegel am VW-Werk und im Barnstorfer Wald ihren Höchststand erreichen. Nur so ist die Bemessung auf der sicheren Seite.
Referenznormen
DIN EN ISO 22282-2:2012-09 (Lefranc), DIN EN ISO 22282-3:2012-09 (Lugeon), DWA-A 138 (Versickerungsbemessung)
Verwandte Dienstleistungen
Lefranc-Test im Lockergestein
Versuch mit konstanter oder fallender Druckhöhe im unverrohrten Bohrlochabschnitt. Ideal für Sande und Kiese der Niederterrasse. Inklusive Pumpversuch bei hohen Durchlässigkeiten. Dokumentation mit automatischer Datenaufzeichnung.
Lugeon-Test im Fels
Wasserabpressversuch mit Einfach- oder Doppelpacker. Auswertung nach Houlsby mit Lugeon-Wert. Notwendig für Tunnelvortriebe und tiefe Baugruben im anstehenden Jura- und Kreidekalk. Protokoll mit Druck-Volumen-Diagramm.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Wann brauche ich einen Lefranc- und wann einen Lugeon-Versuch?
Lefranc kommt bei Lockergesteinen wie Sand, Kies oder Geschiebemergel zum Einsatz. Der Lugeon-Versuch ist das Verfahren für klüftiges Festgestein. Sobald der Bohrfortschritt Kernbohrungen erfordert, wechseln wir auf das Lugeon-Prinzip.
Wie lange dauert die Durchführung eines Feldversuchs?
Ein einzelner Lefranc-Test dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Der Lugeon-Versuch mit fünf Druckstufen benötigt rund 90 Minuten. Die reine Messzeit hängt von der Sättigung des Untergrunds ab. Die Vor-Ort-Auswertung liegt direkt nach Versuchsende vor.
Reicht der Laborversuch zur Bestimmung des kf-Werts?
Nein. Laborversuche an Sondierproben liefern Werte an einer gestörten oder zumindest entlasteten Probe. Die Schichtung, Klüftung und Einlagerung von Grobkorn wird im Labor nicht erfasst. Die DIN 18130 selbst verweist auf die Notwendigkeit von Feldversuchen bei grobkörnigen Böden.
Was kostet ein Durchlässigkeitsversuch in Wolfsburg?
Die Kosten liegen je nach Bohrtiefe und Anzahl der Testhorizonte zwischen 490 und 1010 Euro pro Versuch. Der Preis umfasst die Bohrlochvorbereitung, die eigentliche Messung und das ausführliche Prüfprotokoll mit Auswertung nach Houlsby oder dem USBR-Kriterium.
