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Bemessung der Rütteldruckverdichtung in Wolfsburg: Verdichtung nach Stand der Technik

Für ein Logistikzentrum im Gewerbegebiet Heinenkamp standen wir vor einer klassischen Wolfsburger Herausforderung: 8 Meter locker gelagerte Talsande über Geschiebemergel, Grundwasser ab 2,5 Meter unter Gelände. Der Bauherr brauchte eine wirtschaftliche Baugrundverbesserung ohne Bodenaustausch – die Rütteldruckverdichtung war hier das passende Verfahren. Wir legten die Bemessung nach DIN EN 14731 aus, mit einem dreieckigen Raster von 2,40 Meter und Nachverdichtung in zwei Phasen. Entscheidend war die Anpassung der Tiefenlage an die Grenzschicht zum Mergel, weil dort die Energieabstrahlung anders läuft als im homogenen Sand. In solchen Fällen kombinieren wir die Verdichtungsarbeit oft mit einer vorgeschalteten Korngrößenanalyse, um die Ungleichförmigkeitszahl Cu zu bestimmen – je höher Cu, desto effizienter greift die Tiefenverdichtung.

Der kritische Parameter in den Wolfsburger Talsanden ist nicht die Korngröße, sondern die Ungleichförmigkeit – Cu unter 2 verlangt den halben Rasterabstand.

Vorgehen und Leistungsumfang

Die geotechnische Geschichte Wolfsburgs ist jung: Der Untergrund besteht aus nacheiszeitlichen Sanden und Kiesen der Aller-Urstromtalung, überlagert von Flugsanden mit unregelmäßiger Lagerungsdichte. Seit dem Bauboom der 1960er Jahre hat man hier viel Erfahrung mit Tiefenverdichtung gesammelt, aber die Anforderungen an die Bemessung haben sich mit der Eurocode-Einführung deutlich verschärft. Eine Rütteldruckverdichtung bemessen wir heute nicht mehr nur nach Erfahrungswerten, sondern über Sondierungen vor und nach der Ausführung. Die CPT-Versuche liefern uns dabei ein durchgehendes Profil der Lagerungsdichte, das wir direkt in die Nachweisführung für die Tragfähigkeit übernehmen. In den quartären Sanden östlich des Mittellandkanals sehen wir oft relative Dichten unter 40 Prozent – hier erreichen wir mit einem abgestuften Energieeintrag von unten nach oben Verdichtungswerte, die eine Flachgründung auf Bodenplatten ohne Pfähle ermöglichen.
Bemessung der Rütteldruckverdichtung in Wolfsburg: Verdichtung nach Stand der Technik

Lokale Besonderheiten

Die DIN EN 1997-1 in Verbindung mit dem nationalen Anhang DIN EN 1997-1/NA verlangt für Wolfsburg eine explizite Berücksichtigung der Baugrundschichtung beim Nachweis der Gebrauchstauglichkeit. In der Allerniederung liegt das besondere Risiko in den sogenannten „blasigen Sanden“ – lokal begrenzte Zonen mit extrem niedriger Lagerungsdichte, die im Raster einer Vorerkundung leicht übersehen werden. Wir haben mehrfach erlebt, dass ein regelkonformer Rasterabstand von 2,80 Meter in diesen Lagen nicht ausreicht und Setzungsmulden von mehreren Zentimetern entstehen. Deshalb verdichten wir in kritischen Bereichen mit einem auf 2,20 Meter reduzierten Abstand und führen die Kontrollsondierungen mit dem CPT direkt im Rasterzwischenraum durch. Die Tragfähigkeitserhöhung durch Rütteldruckverdichtung darf nie auf Basis eines einzelnen Sondierprofils nachgewiesen werden.

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Referenznormen

DIN EN 14731:2005 – Baugrundverbesserung durch Tiefenrüttelverfahren, DIN EN 1997-1/NA:2010 – Eurocode 7, nationaler Anhang Deutschland, DIN 4094-3:2002 – Baugrund, Felduntersuchungen, Drucksondierungen (CPT), ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdarbeiten

Verwandte Dienstleistungen

01

Geotechnischer Vorbericht und Verdichtbarkeitsstudie

Wir analysieren die Kornverteilung, den Wassergehalt und die Lagerungsdichte aus Vorerkundungen und legen die Eignung des Rütteldruckverfahrens fest.

02

Bemessung des Verdichtungsrasters

Auf Basis der Ungleichförmigkeitszahl Cu und der geforderten Enddichte bestimmen wir den Rasterabstand, die Eindringtiefe und den Energieeintrag pro Meter.

03

Ausführungsbegleitung und Steuerung

Während der Verdichtung überwachen wir Stromaufnahme, Absenkgeschwindigkeit und Rüttelzeit pro Punkt – dokumentiert im Bautagebuch.

04

Qualitätskontrolle mittels CPT und Rammsondierung

Nach Abschluss der Arbeiten prüfen wir die erreichte Lagerungsdichte mit Drucksondierungen im Zwischenraum des Verdichtungsrasters.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Typische Verdichtungstiefe (Wolfsburg)6 bis 12 m (je nach Mergeloberkante)
Rasterabstand (Dreiecksraster)1,80 m bis 2,80 m (fein- bis mittelsandig)
Wirksamer Radius pro Rüttlerpunkt1,5 m bis 2,2 m (abhängig von Cu)
Erforderliche relative Dichte nach VerdichtungDr ≥ 70 % (DIN EN 1997-1/NA)
Verdichtungsenergie pro Meter150–350 kWh/m (gesteuert über Frequenz und Amplitude)
Typische Frequenz Tieferüttler30–60 Hz (an Kornverteilung angepasst)
Kontrollprüfung nach AusführungCPT oder Rammsondierung DPH, Raster alle 20 m²

Häufige Fragen

Was kostet eine Bemessung der Rütteldruckverdichtung in Wolfsburg?

Die Kosten für die reine Bemessung liegen in Wolfsburg je nach Projektumfang zwischen €1.500 und €4.140. Bei einer Verdichtungsfläche von 2.000 Quadratmetern mit Vorerkundung und zwei Kontroll-CPT sind etwa €3.200 realistisch. Größere Industrieflächen mit umfangreichem Sondierprogramm liegen am oberen Ende des Rahmens.

Bis zu welcher Tiefe funktioniert die Rütteldruckverdichtung in den Wolfsburger Böden?

In den Talsanden der Allerniederung erreichen wir mit dem Tieferüttler typischerweise 10 bis 12 Meter Tiefe. Die Grenze bildet meist der darunter anstehende Geschiebemergel – sobald der Rüttler auf bindigen Boden trifft, ändert sich das Verdichtungsverhalten, und wir müssen die Energie anpassen oder das Verfahren wechseln.

Welche Kontrollprüfungen schreibt die DIN EN 14731 nach der Verdichtung vor?

Die Norm verlangt einen Nachweis der erreichten Lagerungsdichte, meist über Drucksondierungen (CPT) oder schwere Rammsondierungen (DPH). In Wolfsburg setzen wir den CPT bevorzugt ein, weil er ein kontinuierliches Profil liefert und in den gleichförmigen Sanden sehr gut reproduzierbare Spitzendrücke misst.

Wie lang dauert eine Rütteldruckverdichtung für ein typisches Gewerbegebäude?

Für eine Grundfläche von 2.000 Quadratmetern mit rund 300 Verdichtungspunkten rechnen wir in Wolfsburg mit 8 bis 12 Arbeitstagen, inklusive Auf- und Abbau des Geräts. Bei engen Rastern oder zwei Verdichtungsphasen kann sich die Dauer auf bis zu 15 Tage verlängern.

Kann man mit Rütteldruckverdichtung auch die Verflüssigungsgefahr reduzieren?

Ja, das ist sogar eine der Hauptanwendungen. In den locker gelagerten Sanden unterhalb des Grundwasserspiegels in Wolfsburg erhöhen wir die relative Dichte gezielt auf über 70 Prozent, was das Porenzahlverhältnis so weit reduziert, dass keine Verflüssigung nach DIN EN 1998-5 mehr zu erwarten ist.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Wolfsburg und Umgebung.

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