Für ein Logistikzentrum im Gewerbegebiet Heinenkamp standen wir vor einer klassischen Wolfsburger Herausforderung: 8 Meter locker gelagerte Talsande über Geschiebemergel, Grundwasser ab 2,5 Meter unter Gelände. Der Bauherr brauchte eine wirtschaftliche Baugrundverbesserung ohne Bodenaustausch – die Rütteldruckverdichtung war hier das passende Verfahren. Wir legten die Bemessung nach DIN EN 14731 aus, mit einem dreieckigen Raster von 2,40 Meter und Nachverdichtung in zwei Phasen. Entscheidend war die Anpassung der Tiefenlage an die Grenzschicht zum Mergel, weil dort die Energieabstrahlung anders läuft als im homogenen Sand. In solchen Fällen kombinieren wir die Verdichtungsarbeit oft mit einer vorgeschalteten Korngrößenanalyse, um die Ungleichförmigkeitszahl Cu zu bestimmen – je höher Cu, desto effizienter greift die Tiefenverdichtung.
Der kritische Parameter in den Wolfsburger Talsanden ist nicht die Korngröße, sondern die Ungleichförmigkeit – Cu unter 2 verlangt den halben Rasterabstand.
Vorgehen und Leistungsumfang
Lokale Besonderheiten
Die DIN EN 1997-1 in Verbindung mit dem nationalen Anhang DIN EN 1997-1/NA verlangt für Wolfsburg eine explizite Berücksichtigung der Baugrundschichtung beim Nachweis der Gebrauchstauglichkeit. In der Allerniederung liegt das besondere Risiko in den sogenannten „blasigen Sanden“ – lokal begrenzte Zonen mit extrem niedriger Lagerungsdichte, die im Raster einer Vorerkundung leicht übersehen werden. Wir haben mehrfach erlebt, dass ein regelkonformer Rasterabstand von 2,80 Meter in diesen Lagen nicht ausreicht und Setzungsmulden von mehreren Zentimetern entstehen. Deshalb verdichten wir in kritischen Bereichen mit einem auf 2,20 Meter reduzierten Abstand und führen die Kontrollsondierungen mit dem CPT direkt im Rasterzwischenraum durch. Die Tragfähigkeitserhöhung durch Rütteldruckverdichtung darf nie auf Basis eines einzelnen Sondierprofils nachgewiesen werden.
Referenznormen
DIN EN 14731:2005 – Baugrundverbesserung durch Tiefenrüttelverfahren, DIN EN 1997-1/NA:2010 – Eurocode 7, nationaler Anhang Deutschland, DIN 4094-3:2002 – Baugrund, Felduntersuchungen, Drucksondierungen (CPT), ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdarbeiten
Verwandte Dienstleistungen
Geotechnischer Vorbericht und Verdichtbarkeitsstudie
Wir analysieren die Kornverteilung, den Wassergehalt und die Lagerungsdichte aus Vorerkundungen und legen die Eignung des Rütteldruckverfahrens fest.
Bemessung des Verdichtungsrasters
Auf Basis der Ungleichförmigkeitszahl Cu und der geforderten Enddichte bestimmen wir den Rasterabstand, die Eindringtiefe und den Energieeintrag pro Meter.
Ausführungsbegleitung und Steuerung
Während der Verdichtung überwachen wir Stromaufnahme, Absenkgeschwindigkeit und Rüttelzeit pro Punkt – dokumentiert im Bautagebuch.
Qualitätskontrolle mittels CPT und Rammsondierung
Nach Abschluss der Arbeiten prüfen wir die erreichte Lagerungsdichte mit Drucksondierungen im Zwischenraum des Verdichtungsrasters.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet eine Bemessung der Rütteldruckverdichtung in Wolfsburg?
Die Kosten für die reine Bemessung liegen in Wolfsburg je nach Projektumfang zwischen €1.500 und €4.140. Bei einer Verdichtungsfläche von 2.000 Quadratmetern mit Vorerkundung und zwei Kontroll-CPT sind etwa €3.200 realistisch. Größere Industrieflächen mit umfangreichem Sondierprogramm liegen am oberen Ende des Rahmens.
Bis zu welcher Tiefe funktioniert die Rütteldruckverdichtung in den Wolfsburger Böden?
In den Talsanden der Allerniederung erreichen wir mit dem Tieferüttler typischerweise 10 bis 12 Meter Tiefe. Die Grenze bildet meist der darunter anstehende Geschiebemergel – sobald der Rüttler auf bindigen Boden trifft, ändert sich das Verdichtungsverhalten, und wir müssen die Energie anpassen oder das Verfahren wechseln.
Welche Kontrollprüfungen schreibt die DIN EN 14731 nach der Verdichtung vor?
Die Norm verlangt einen Nachweis der erreichten Lagerungsdichte, meist über Drucksondierungen (CPT) oder schwere Rammsondierungen (DPH). In Wolfsburg setzen wir den CPT bevorzugt ein, weil er ein kontinuierliches Profil liefert und in den gleichförmigen Sanden sehr gut reproduzierbare Spitzendrücke misst.
Wie lang dauert eine Rütteldruckverdichtung für ein typisches Gewerbegebäude?
Für eine Grundfläche von 2.000 Quadratmetern mit rund 300 Verdichtungspunkten rechnen wir in Wolfsburg mit 8 bis 12 Arbeitstagen, inklusive Auf- und Abbau des Geräts. Bei engen Rastern oder zwei Verdichtungsphasen kann sich die Dauer auf bis zu 15 Tage verlängern.
Kann man mit Rütteldruckverdichtung auch die Verflüssigungsgefahr reduzieren?
Ja, das ist sogar eine der Hauptanwendungen. In den locker gelagerten Sanden unterhalb des Grundwasserspiegels in Wolfsburg erhöhen wir die relative Dichte gezielt auf über 70 Prozent, was das Porenzahlverhältnis so weit reduziert, dass keine Verflüssigung nach DIN EN 1998-5 mehr zu erwarten ist.
